The English Riviera – Teil 4

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Entspannung – das ist das, worum es im Urlaub in erster Linie geht. Und genau die, bekommt man in Devon ausreichend. Zumindest dann, wenn man außerhalb der Hauptsaison vor Ort ist. Die Leute hier sind sehr entspannt und überaus freundlich, was, meinen Erfahrungen nach, generell auf die Bewohner der britischen Inseln zutrifft. Egal ob im Supermarkt, im Restaurant, im Pub oder im Museum. Überall wird ist man herzlich willkommen. Small Talk inklusive.

Wenn man sich gerne die ein oder andere Sehenswürdigkeit anschauen möchte, lohnt sich ein Pass des National Trust, da die Eintrittspreise teilweise doch recht hoch sind. Der National Trust ist mittlerweile der größte Grundstückseingentümer in GB und zählt über 500 Sehenswürdigkeiten. Auch in Devon sind einige interessante Sachen dabei. Hier ein paar Beispiele.

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Da wäre zum Beispiel Greenway House bei Galmpton. Dieser Landsitz war das Ferienhaus von der Schriftstellerin Agatha Christie. Man kann durch die Räume stöbern und sich alte Bilder der Familie anschauen. So erfährt man gleich noch etwas über Lady Mallowman, wie sie im wirklichen Leben hieß. Drum herum liegt ein riesiger Park, in dem man noch einen kleinen Spaziergang absolvieren kann.

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In der Gegend von Exmouth, genauer gesagt in der Nähe des Dorfes Lympstone, liegt das Haus A La Ronde. Das 1796 fertiggestellte runde Haus verfügt über 20 Zimmer und einem traumhaften Blick auf die Bucht von Exmouth. Auch hier bietet der große Park wieder verschiedene Spazierwege an. Sehr nett: Es gibt einen Tea Room in dem selbstgebackene Kuchen und Scones angeboten werden, mit der Möglichkeit draußen vor dem Haus Platz zu nehmen. Es liegen sogar Picknickdecken bereit, wenn man es richtig englisch mag.

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Ebenfalls zum National Trust gehört Overbeck’s – ein Herrenhaus nebst Gartenanlage. Das besondere, im Garten wachsen viele exotische Pflanzen und Bäume unter anderem auch Bananenbäume. Im Haus befindet sich ein kleines Museum, in dem die Sammelwut der Bewohner ausgestellt wird. Der eine war Seemann, der andere Jäger und Sammler. Auch hier gibt es, wie in fast allen National Trust Sehenswürdigkeiten, den hauseigenen Shop sowie einen Tea Room. Hier hat man die Außenanlage sinnvoll genutzt und so kann man seinen Tee, Kaffee und/oder Snack mit einem traumhaften Blick genießen.

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Devon kann aber auch Stadt, womit wir in Exeter wären. Hier sollte man sich auf jeden Fall die Cathedral anschauen. Obwohl es eine Kirche ist, wird ein Eintrittsgeld verlangt aber das ist es wert. Man findet Gothik in voller Schönheit. Obwohl die Kathedrale groß ist, wirkt sie durch die vielen Unterteilungen nicht wuchtig. Wunderschöne Fenster und Schnitzarbeiten lassen einen immer wieder staunen. Um dem städtischen Treiben zu entkommen, bietet sich ein Abstecher zum Quay an. Hier sind in den alten Lagerkellern kleine Läden eingerichtet, die hauptsächlich handgemachte Waren anbieten. Dazu kommen ein paar Cafès, in denen man gemütlich einen Tee oder Kaffee und einen Snack genießen kann.

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Und wenn man so den ganzen Tag on Tour ist, hat man abends meistens Hunger. Daher möchte ich von unserem Besuch im The Kents in Torquay berichten. Etwas am Rand der Innenstadt liegt dieser Pub mit Restaurant. Eine typische Gasthausgestaltung in England. Man betritt zuerst den Pub und im hinteren Bereich gibt es dann das Restaurant. Pub und Restaurant ist in einem leicht maritimen Stil eingerichtet. Helle Wände und dunkle Möbel machen das Ganze sehr gemütlich und freundlich. Eine Besonderheit des Restaurants: es gibt einen Smoker! Für die Vorspeise wählen wir Muscheln, für die 3 verschiedene Saucen zur Auswahl stehen. Da wir immer mal gerne was neues probieren, entscheiden wir uns für die Variante Madras. Die Basis bildet ein klassischer Wein-Zwiebel Sud. Das Ganze wird dann mit Limonensaft und indischen Gewürze sehr pikant abgeschmeckt. So werden Muscheln dann doch auch mal wieder spannend.

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Für den Hauptgang haben wir uns auf die Spezialität des Hauses festgelegt und wählen smoked Pork Chop sowie spiced pulled Lamb. Beides geschmacklich hervorragen! Das Pork Chop hat ein tolles Raucharoma, und die Cider Glaze passt perfekt dazu. Das Lammfleisch ist zart, leicht rauchig und toll gewürzt. Ein Klecks Minzsauce ergänzt das Ganze. Im Anschluss an das Essen kann man noch gemütlich einen Drink an der Bar nehmen und den Abend entspannt ausklingen lassen. Sehr empfehlenswert!

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Wenn es noch ein bisschen netter vom Ambiente und Speisenangebot sein soll, dann bietet sich ein Besuch im Number 7 Fish Bistro an. Das liegt direkt am Hafen von Torquay. Auf der ersten Etage befindet sich  die neue Weinlounge Wine@7Lounge. Hier kann man z.B. vor dem Essen einen Drink mit Blick in den Sonnenuntergang genießen.

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Beim Restaurant handelt es sich um ein reines Fischrestaurant – ausnahmslos! Die Einrichtung ist typisch – viele Deko-Fische an den Wänden, vermischt mit weiterem maritimes Dekomaterial. Ein sehr gemütliches Lokal. Die Speisenkarte verfügt nur über wenige Stammgerichte. Das täglich wechselnde Angebot befindet sich auf Tafeln, die gut sichtbar für jeden an den Wänden hängen. Alles ist „Catch of the Day“. Gut gefällt mir, dass das frische Fischangebot auf einem Tablett vom Kellner am Tisch gezeigt und erklärt wird. Das kann schon eine Entscheidungshilfe sein. Für die Vorspeise entscheiden wir uns für die in Knoblauchöl gebackenen Garnelen sowie für die in Knoblauchöl gebackenen Miesmuscheln, Jakobsmuscheln und Garnelen. Dazu gibt es Knoblauchbrot. Bei beiden Vorspeisen hat man für unseren Geschmack etwas zu viel Knoblauch zum Einsatz gebracht. Lecker ja, aber manchmal ist weniger mehr.

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Im Hauptgang bot die Tageskarte unter anderem ein 3er Special an. Bestehend aus Seeteufelschwanz in brauner Knoblauchbutter gebraten, Kabeljau natur gebraten mit Tartar Sauce und Plattfisch im Tempurateig gebacken mit Sojasauce. Als Beilage Gemüse und Rosmarinkartoffeln. Das entspricht genau unseren Vorstellungen – Fisch ohne Ende. Alle Fische waren auf den Punkt gegart, saftig und ohne viel Schnickschnack. Für England typisch: die Dosierung von Salz und Pfeffer übernimmt jeder selbst. An dieser Stelle möchte ich auch mal einen Preis erwähnen. Das Gericht kostet 21,75 GBP, was umgerechnet ca. 29,00 € entspricht. Für Fischfreunde, die in gemütlicher Athmosphäre genießen möchten, ist das hier der richtige Platz. Die passenden Weine gibt es ab 18,00 GBP. Wichtig: unbedingt einen Tisch reservieren! Selbst in der Nebensaison hat man sonst keine Chance.

©Kocheule

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