Scotland meets Rheinland – Jakobsmuscheln auf Black Pudding an Himmel un Ääd mit Apfel-Cider Sauce

Kocheule_jakobsmuscheln-blackpudding

Ich bin Ur-Rheinländerin (im Detail: Ur-Bonnerin) und finde es wichtig Traditionen zu erhalten. Dazu gehören auch Traditionsgerichte. Allerdings finde ich, dass man Traditionsgerichten frische Impulse geben darf. Himmel und Ääd – noch traditioneller geht schon fast nicht. In unserer Region kommt es in der Regel mit Blut- und Leberwurst daher. Auf den Schottlandreisen, die ich mit meinem Lieblingsman nun schon machen durfte, sind wir immer wieder auf Jakobsmuscheln mit Black Pudding gestoßen. Vom ersten Teller an war ich davon überzeugt – lecker! Black Pudding geht in die Richtung wie Blutwurst – die ich im übrigen kurioser Weise nicht mag. Der Black Pudding enthält jedoch noch Hafergrütze, Mehl, Zwiebeln und Schweinemett wodurch eine völlig andere Konsistenz entsteht. Dazu ist er noch sehr kräftig gewürzt. Und dann kam mir die Idee – Scotland meets Rheinland. Gesagt, getan und mein Plan ging sowas von auf. Wer gerne gut würzig mit leichter Süße mag, ist mit dem Gericht gut versorgt.

Der einzige Haken an der Sache ist die Beschaffung von Black Pudding und Cider. Wer einen englischen Shop in der Nähe hat, ist auf jeden Fall auf der Gewinnerseite. Dort werden in der Regel verschiedene Cider angeboten und auch Black Pudding. Beim Black Pudding empfehle ich die Dosenvariante, weil man diesen gut in Scheiben schneiden kann. Der Frische bröselt schnell auseinander und das sieht nicht so schön aus. Ansonsten kann man noch auf den Onlinehandel ausweichen oder man bringt sich die Sachen von den britischen Inseln als Souvenir mit.

Zutaten für 2 Personen:

  • 8 Jakobsmuscheln
  • 4 ca. 5 mm dicke Scheiben Black Pudding (vorzugsweise aus der Dose)
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1 kleine Zwiebel
  • 500 ml Cider (z.B. Strongbow)
  • 200 ml Gemüsefonds
  • 1 TL geriebenen Ingwer
  • 1 EL Crème légère
  • 3 Äpfel
  • 6 Kartoffeln (mehlig kochend)
  • Salz
  • Pfeffer (schwarz und weiß)
  • Muskat
  • 1 EL Butter
  • 100 ml Milch

Zubereitung:

  • Wir starten mit der Sauce. Dazu die Zwiebel abziehen und in kleine Würfel schneiden. Einen Apfel schälen, vom Kerngehäuse und in Würfel schneiden.
  • Den Zucker in einem Topf karamellisieren und die Zwiebelwürfel sowie die Hälfte der Apfelwürfel darin leicht anbraten. Mit dem Cider ablöschen und den Gemüsefonds sowie den geriebenen Ingwer dazu geben. Die Sauce nun ca. 20 Minuten leicht köchelnd reduzieren lassen. Die Temperatur herunter drehen und die Sauce pürieren. Nun die Crème légère einrühren und mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Wem die Sauce zu dünn ist, dickt diese einfach mit etwas Speisestärke an. Die Sauce warm stellen.
  • Während die Sauce einreduziert kann man sich schon mal an das „Himmel un Ääd“ machen. Dazu die Kartoffeln schälen und klein schneiden. Die restlichen Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und ebenfalls klein schneiden. Alles in etwas Wasser mit einer guten Prise Salz weich kochen inkl. des halben Apfels von der Saucenvorbereitung.
  • Dann das Wasser abgießen und mit einem Kartoffelstampfer das Püree stampfen. Butter und Milch dazu und alles miteinander verrühren. Mit Muskat und Salz abschmecken. Das Püree warm stellen.
  • Zum Schluss geben wir uns an die Jakobsmuscheln. Zuerst den Black Pudding aus der Dose befreien. Dazu einfach die Deckel auf beiden Seiten entfernen und den Black Pudding heraus drücken. So kann man perfekte Scheiben abschneiden. Die Scheiben vierteln. Damit bekommt man für jede Jakobsmuschel ein Stück Black Pudding.
  • Wir benötigen zwei Pfannen. In einer Pfanne wird der Black Pudding in wenig Fett (z.B. Butterschmalz oder Ghee) auf mittlerer Hitze von beiden Seiten angebraten. In der zweiten Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Jakobsmuscheln auf mittlerer Hitze von allen Seiten anbraten. Mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Um den Garpunkt zu ermitteln macht man am besten die Druckprobe wie bei einem Steak. „Well done“ wäre hier empfehlenswert.
    Nun alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und genießen!

©Kocheule

Advertisements

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s