Lissabon – Eine kulinarische Osterreise. Teil 1

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Schon seit ein paar Jahren war es unser Plan mal nach Lissabon zu reisen. Jetzt haben wir den endlich in die Tat umgesetzt. Die Wahl der Reisezeit ergab sich aus ganz logischen Gründen. 1. Ich bin in Sachen Urlaub abhängig von den Schulferien. 2. Die Temperaturen in Lissabon sind um Ostern herum deutlich angenehmer, als im Sommer. Ich muss gestehen, was die Planung unserer Reisen angeht, so ist das bei uns immer eine reine Männersache. Ich muss nur pünktlich alles gepackt haben und darf mich treiben lassen.

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Diesmal haben wir etwas Neues für uns ausprobiert. Die Buchung eines Appartements über airbnb. Unser favorisierter Stadtteil war Alfama und dort haben wir ein tolles Appartement gefunden. Perfekt zentral gelegen mit vielen Restaurants, Cafés und Bars in der Nähe. Der Tejo ist in Sichtweite und wenn man ihm gemütlichen Schrittes folgt, steht man nach ca. 10 Minuten mitten auf dem Praca do Comércio und hat somit schon das Zentrum bzw. Baixa erreicht. Die Verwalterin des Appartements hat uns gleich mit vielen guten Tipps ausgestattet und steht für uns immer bereit, wenn es um Reservierungen in Restaurants geht. Das ist um Ostern herum absolut notwendig, denn die Stadt ist gut besucht.

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Unser Appartement stand ab 16:00h zur Verfügung, wir sind jedoch bereits um die Mittagszeit angereist. Man kann sich hier übrigens den Luxus leisten und mit einem Taxi vom Flughafen in die Stadt fahren. Kosten: 9,80 €. Dem Taxi entstiegen haben wir gleich den Vorteil von Alfama bemerkt. Eine Lokalität neben der anderen. Ein Stückchen die Straße weiter kommt ein kleiner Platz, wo wir uns im Halbschatten ein nettes Plätzchen aussuchten. Sofort wurden wir mit einer sehr übersichtlichen und handgeschriebenen Speisenkarte ausgestattet. Ein Blick auf die Preise machte uns zuerst etwas Angst, aber was soll’s. Wer nicht wagt … Wir entschieden uns für gegrillten Lachs und die gegrillte Dorade. Dazu, man hat ja schließlich Urlaub, eine Karaffe Weißwein. Vorneweg ein paar Oliven und Brot. Und dann ging es los. Wunderbar gegrillter Fisch mit Brokkoli und Kartoffeln wurde uns serviert. Und das war der perfekte Urlaubsauftakt. So simple, so unscheinbar und so unglaublich gut. Vor lauter Freude haben wir es dann noch richtig krachen lassen. Noch eine Karaffe Wein, zwei Espresso und Dessert. Und dann kam die Rechnung. 25,60 € – o.k., ich wandere aus!

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Nachdem wir dann unser Appartement bezogen hatten, erkundeten wir die ersten Straßen, Gassen und Treppen. Lissabon ist ganz schön hügelig! Am Abend sind wir dann in die Maruto Bar, ebenfalls gleich bei uns um die Ecke. Einfach nur ein Gläschen Rotwein und eine kleine Tapas Platte. Verschiedene Käse und Chorizo – was will man mehr?!

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Von Zuhause aus hatten wir gleich für den ersten wirklichen Lissabon Tag einen Stadtrundgang der besonderen Art gebucht. Mit Eat Drink Walk stand die Chiado Gourmet Tour auf dem Plan. Die Tour beinhaltet einen Spaziergang durch Chiado mit Stops in diversen Lokalitäten die hauptsächlich von Portugiesen besucht werden, inklusive traditioneller Speisen und Getränken. Mit Filomena waren wir um 12:00h am Eingang des Time Out Markets verabredet. Wir sind da vorher schon mal durchgelaufen und konnten uns kaum halten. Wie erhofft, war dann dieser Markt auch tatsächlich unsere erste Station. Das Time Out Magazine hat diesen Markt gekauft und ein super Konzept umgesetzt. Mittig viele Tische mit Sitzgelegenheiten und am Rand entlang ein „Imbiss“ neben dem anderen. Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Pasta, Pizza … alles was man sich denken kann. Dazu dann auch immer noch die passenden Getränke.

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Filomena hat uns dann auch gleich mit den ersten traditionellen Sachen in Verbindung gebracht. Rosé Wein, Brot Oliven, Käse, Schinken. Schnell folgten dann noch Miesmuscheln in Tomatensauce. Das schöne im Time Out Market ist, dass man sich die Portionen, ohne das man blöd angeschaut wird, teilen kann. Alles in die Mitte und jeder greift beherzt zu. Das ist genießen pur!

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Nun war es aber Zeit für den gemütlichen Spaziergang. Unterwegs erfuhren wir viel über die portugiesische Bevölkerung, die Stadt Lissabon und natürlich über’s Essen. Filomena brachte alles sehr unterhaltsam rüber und es hat uns unglaublich viel Freude gemacht. Der nächste Halt war in einem Laden, in dem es hauptsächlich Fischkonserven zu kaufen gab. Entweder zum mitnehmen oder um gleich an Ort und Stelle zu verzehren. Dafür standen ein paar kleine Tische und Bänke bzw. Hocker bereit. Der Inhaber fährt kreuz und quer durch das ganze Land um die besten Fischkonserven, also Sardinen und Thunfisch, zu finden um diese dann anbieten zu können. Eigentlich bin ich gar kein Fan von Sardinen, aber nun weiß ich, dass es die auch „in Lecker“ gibt. Wie sich noch herausstellen wird, sind Sardinen nicht das einzige was ich bisher nicht brauchte und nun doch mit Vergnügen esse.

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Weiter ging es durch die Straßen, vorbei an vielen Plätzen und Läden, für die wir immer wieder Tipps von Filomena bekamen. Nun stand der wirkliche Lunch auf dem Programm. Es ging ins Restaurant Carmo. Hier wird gekocht wie Zuhause, nur alles etwas netter präsentiert. Also, genau so wie ich es mag. Zum Glück haben wir uns auch hier wieder alle Portionen geteilt. Sonst hätte ich diese Tour auch nicht überlebt. Die Menüfolge war für mich so eine Art Expedition, denn Stockfisch und Pulpo gehörten bisher nicht zu meinen Favoriten. Der Stockfisch kam in Form einer Krokette. Die Füllung war ein Mix aus Stockfisch, Kartoffeln und Kräuter. Dazu gab es typischen portugiesischen Reis. Die nächste Runde machten Gambas Al Ajillo. Für mich eigentlich ein K.O. Essen, da mich Knoblauch in der Regel sehr quält. Hier habe ich sogar regelrecht zugeschlagen und die Knoblauchscheiben mit Brot nur so weggeputzt. Ein toller nussiger Geschmack war da im Vordergrund und überhaupt nicht die typische Knoblauchschärfe. Weiter ging es mit einem weiteren Hassopjekt, Pulpo. In ganz dünne Scheiben geschnitten, war es schon mal nicht mehr als Pulpo erkennbar und für mich sehr von Vorteil. Der Pulpo wurde zuvor im Ganzen zuerst gekocht und anschließend kurz angebraten. Dadurch hatte er nicht die übliche Konsistenz von Autoreifen und war wirklich lecker. Zum Abschluß gab es dann noch Rindfleisch mit Mixed Pickels. Ungewöhnlich aber sehr gut.

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Das Dessert wurde an eine andere Stelle verlegt, damit wir auch noch etwas von unserem Spaziergang abbekamen. Wie schon erwähnt ist Lissabon sehr hügelig. Der Vorteil, es gibt viele Aussichtspunkte. Und einer ist schöner als der andere.

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Lissabon ist berühmt für eine kleine Leckerei – Pasteis de Nata oder Pasteis de Belem. Es handelt sich dabei um ein kleines Blätterteigtörtchen mit Eiercremfüllung. Und diese Dinger sind zum niederknien! Hilfreich: Es ist die portugiesische Süßspeise mit den wenigsten Kalorien. Puh, nochmal Glück gehabt! Es gibt, wie immer bei Spezialitäten, viele Orte, wo es „die besten“ gibt. In unserem Fall war es die Manteigaria. Hier kann man sogar bei der Produktion zuschauen. Wenn die Pasteis auf den Teller kommen, sind sie noch warm. Die haben hier auch überhaupt keine Zeit abzukühlen, bei dem Betrieb der hier herrscht. Wer Zimt mag, ordentlich davon drauf und dann mmmmmhhhh!

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Zum Abschluß der Tour zeigte uns Filomena noch eine Weinbar, die von einem Winzer betrieben wird. Nachdem sie uns ohne Ende Restaurants und Bars aufgeschrieben hatte, verabschiedeten wir uns. Diese 5 stündige Tour war ein echtes Erlebnis. In einem gemütlichen Plausch erfährt man viel über Land und Leute und lernt ganz nebenbei die kulinarischen Seiten des Landes kennen. Und stellt Euch mal vor, wir sind nicht mehr zum Abendessen gegangen! Auf dem Rückweg zu unserem Appartement haben wir uns einfach noch etwas durch die Straßen treiben lassen und uns an Lissabon erfreut. Und das geht hier wirklich ganz großartig.

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Und hier geht’s zum zweiten Teil meiner Reise.

©Kocheule

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