Lissabon – Eine kulinarische Osterreise. Teil 2

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Lissabon ist eine Stadt, die sich prima „auf eigene Faust“ erkunden lässt. Man sollte jedoch gut zu Fuß sein. Im gesamten Stadtzentrum geht es immer ordentlich rauf und runter, teilweise über Treppen. Und alles schön mit Kopfsteinpflaster. Also, auf keinen Fall die Turnschuhe vergessen! Wenn man doch mal schlapp macht, steigt man einfach in eine Tram, die Metro oder einen Bus. Mit der Viva Viagem Card ist das sehr einfach. Es ist eine Prepaidkarte, die mit einem gewünschten Geldbetrag aufgeladen wird. In den öffentlichen Verkehrsmitteln hält man die Card dann nur noch an das Lesegerät und der Fahrpreis wird abgezogen. Wir haben insgesamt 20,00 €/p.P. investiert und damit auch noch unsere Ausflüge ins Umland bezahlt. Aber dazu später mehr.

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Wenn man wiedereinmal auf einem Hügel angekommen ist, findet sich auch oft ein kleiner Platz mit Aussichtspunkt. Traditionell befindet sich auf fast jedem Platz in Lissabon ein Kiosk. Hier gibt es kalte und warme Getränke sowie kleine Snacks. Drum herum finden sich Tische und Stühle und man hat eine nette Gelegenheit für eine kleine Pause. Eine Fahrt mit der alten Tram Linie 28 sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Wenn es sich einplanen lässt, empfiehlt sich die Fahrt am Morgen. Je später es wird, desto voller die Bahn. Die Bahn schiebt sich durch die engen und kurvenreichen Straßen im Zentrum und man quasi eine kleine Stadtrundfahrt. Teilweise sehr abenteuerlich!

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Und bei allen schönen Stadtansichten ist der kulinarische Teil nicht zu vergessen. Von mangelnder Auswahl kann man in Lissabon weiß Gott nicht reden. In den Stadtteilen Chiado und Bairro Alto finden sich viele traditionelle und auch „hippe“ Restaurants sowie Wein und Tapas Bars. In meinem 1. Teil habe ich bereits eine kleine Auswahl an traditionllen Möglichkeiten erwähnt. Nun gibt es einen Vorschlag, wenn es mal etwas chiquer sein soll. Das Sacrameto. Wenn man vor dem Haus steht, darf man sich nicht irritieren lassen. Das Sacramento betreibt einen Imbis, ein Restaurant und einen Weinhandel. Der Eingang zum Restaurant befindet sich in der Mitte. Eine Tischreservierung ist empfehlenswert. Das Restaurant ist in einem schönen alten Gemäuer, einem alten Gewölbekeller, untergebracht. Das Ganze wird durch moderne Akzente aufgepeppt und mit Lounge Musik untermalt. Das Servicepersonal ist sehr freundlich und spricht perfekt englisch. Die Speisenkarte umfasst tradtionelle portugiesiche Spezialitäten. Zusätzlich gibt es dann noch den Fisch des Tages.

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In unserem Fall war das Dorade und Steinbutt. Wir hatten uns spontan für den Steinbutt vom Grill für 2 Personen entschieden. Der toll gebratene Fisch wurde vom Kellner am Tisch sauber von der Gräte befreit und mit Kartoffeln, Brokkoli, Blumenkohl sowie geschmolzener Zitronenbutter serviert. Der Preis für dieses 2 Personengericht: 50,00 €. Als Vorspeisen wählten wir Gambas al Ajillo und Lachstatar mariniert in Kokosmilch und Zitrone. Da die Portionen mehr als gut bemessen waren, entschieden wir uns für den Abschluss zu einer Dessertteilung. Die Wahl viel auf eine typisch portugiesische Süßspeise namens Queijo de Ovos moles. Ein flacher kompakter Kuchen aus Mandeln und Eier. Alle Gerichten waren geschmacklich wirklich top. Für die Weinbegleitung steht eine gut sortierte Weinkarte zur Verfügung mit Flaschenweinen ab 14,00 €. Natürlich wird man in einem solchen Restaurant etwas mehr Geld los als in der Tapas Bar nebenan, hat aber auch mal ein deutlich anderes Essen und Ambiente. Von mir ganz deutlich Daumen hoch.

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Da man bekanntlich im Urlaub alles etwas ruhiger angehen sollte, kann auch das Frühstück mal anders ablaufen. Und da habe ich nun einen ganz besonderen Platz, der Palacete Chafariz D’El Rei. Hier kommt nur rein wer klingelt und dann auch nur mit vorheriger einen Reservierung. Öffnen sich dann jedoch die Pforten, staunt man nicht schlecht. Eine wunderschöne alte Villa, bunte Bleiverglasung, antike Möbel, alles passend und geschmackvoll. Man wird zu seinem Tisch gebracht und erhält die Speisenkarte. Der Klassiker, ein Brunch für 19,00 €. Von der Bezeichnung darf man sich nicht Irre führen lassen, da es sich eher um ein spätes und reichhaltiges Frühstück handelt.

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Ei nach Wahl, Brötchen und Brot, Croissants, verschiedene Käse und Schinken, selbstgemachte Marmelade und Erdnussbutter, frisch gepresste Säfte sowie ein Heißgetränk. Zum Schluss noch ein Stück Kuchen. In so einer Umgebung bekommt man nicht immer ein Frühstück und man sollte den Aufenthalt genießen. Übrigens ist dieser Palacete ein Hotel, in dem man auch hochherrschaftlich übernachten kann.

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Portugal ist bekanntlich ein Weinland. Und wo hat man mehr Möglichkeiten diese kennenzulernen als direkt im Land. Wir folgtem wieder einmal einem Tipp von Felomenia (Eat Drink Walk) und reservierten für einen Abend einen Tisch in der Lisbon Winery. Offiziell werden hier bis 18:00h verschieden private Weintastings angeboten. Wir kamen erst nach 18:00h. Auf Anfrage klärte uns Alex, der Weinkenner der Winery schlechthin, auf, dass es auch nach 18:00h Tastings gibt. Da er sich dabei immer viel Zeit für die Gäste nehmen möchte, macht er es vom allgemeinen Betrieb abhängig. Wir waren an einem Montag da und das war zum Glück ein eher ruhiger Tag. Also, Tasting für 2 Personen bitte! Beim Tasting inkl. ist noch eine Wurst-, Schinken- und Käseauswahl. Zu Beginn wurden wir gefragt ob wir lieber Weißwein oder Rotwein trinken und schon ging es los. Passend zum Wein gab es die Erklärung zum Anbaugebiet und zum Winzer.

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Die Wurst-, Schinken- und Käsesorten wurden ebenfalls erklärt. Bei allem ging es einmal quer durch Portugal. Unsere Weinkenntnis ist nun um 2 Weißweine, 5 Rotweine, 2 rote Ports und einem weißen Port reicher. Preis: 65,00 €/p.P.. Dieses Tasting war ein echtes Erlebnis und ist ein Muß für Weinfreunde. Zum Abschluss wurde uns nicht ein ganz besonderer Tropfen angeboten (nicht im Tastingpreis enthalten). Ein weißer „very old“ Port, womit dieser min. 40 Jahre alt ist. Das war schon was!

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Lissabon kann aber nicht nur Stadt. Wer es einrichten kann, sollte bei der Planung seiner Reise ein oder zwei Tage für Ausflüge ins Umland berücksichtigen. Beginnen wir mit einem relativ nahem Ziel. Belém, bekannt durch sein monumentales Kolonialkriegerdenkmal. Man kann mit der S-Bahn, der Tram oder dem Bus vom Bahnhof Cais Sodré (am Mercado Da Ribeira / Time Out Market) bis Belém fahren. Dauer ca. 15 Min.. Unser Tagesplan für Belém war, das Hieronymiten-Kloster Mosteiro dos Jerónimos, das Kolonialkriegerdenkmal Monumento aos Combatentes do Ultramar und den Torre de Belém anschauen sowie Pastéis de Belém essen. Im Kloster kann man verschiedene Kombitickets kaufen, womit man für die einzelnen Sehenswürdigkeiten einen Rabatt auf den Eintrittspreis bekommt. Das Kloster sowie auch die Klosterkirche sind beeindruckend. Auf das Archäologische Museum haben wir wegen des schönen Wetters verzichtet. gegenüber des Klosters befindet sich ein großer Park, der zum verweilen einlädt. Der perfekte Platz um eine Pastéis de Belém zu kosten.

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Hier kommt die berühmte Leckerei her und wird seit 1837 nach einem streng gehütetem Familienrezept gebacken. Der Andrang war unglaublich, aber es ging dennoch schnell voran, Dank der eigens eingerichteten to go Theke. Bestückt mit einem 6er Pack ließen wir uns auf einer Parkbank nieder und probierten unsere Pastéis. Fazit: Lecker, aber ehrlich gesagt schmecken mir die Pastéis de Nata von der Manteigaria in Lissabon besser. Es muss also nicht immer das Original sein, zumindeat für mich. Durch eine Unterführung gelangt man zur Promenade.

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Dort befindet sich das nicht übersehbare Kolonialkriegerdenkmal. Ein gigantisches Bauwerk. Von dort aus macht man einen kleinen Spaziergang zum Torre de Belém. Leider haben wir nur die erste Ebene des Turmes erklimmen können. Für den eigentlichen Turm war nochmal anstehen angesagt. Generell kein Problem. Jedoch kurz bevor wir den Eingangn erreicht hatten viel einem Ordner auf, dass im Turm offensichtliches Chaos durch zu viele Menschen herrschte. Nach 20 Minuten hatten wir keine Lust mehr und auf die Aussicht verzichtet.

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Da wir uns gerade am Wasser befinden, möchte ich nun ein weiteres Ausflugsziel erwähnen. Der Küstenort Cascais. Von Lissabon aus fährt man mit der S-Bahn entweder direkt nach Cascais oder wählt für den Ausstieg eine Haltestelle vorher, den Ort Estoril. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Von Estoril aus spaziert man ca. 30 Minuten entlang der Promenade und erreicht dann Cascais. Ein typischer Küstenort, etwas touristisch, mit vielen Restaurants, Cafés und Geschäften. Wer nicht soviel Trubel mag, geht durch den Ort schnell durch und gelangt wieder an den Atlantik. Automatisch führt der Weg zur Marina, wo sich auch wieder einige Restaurants befinden. Eines davon liegt etwas versteckt und ist daher für uns genau richtig.

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Die Maria Pia Seafood Lounge. Ein rundherum verglastes Restaurant mit Blick auf den Yachthafen. Wir hatten Glück und durften uns einen Platz auf der kleinen Terrasse aussuchen. Als Mittagessen wollten wir nur eine Kleinigkeit und entschieden uns für zwei Vorspeisen, die wir uns dann teilten. Miesmuscheln in Tomatensauce und in Tempurateig gebackener Kabeljau mit Soja Sauce. Dazu etwas Brot mit verschiedenen Buttern und ein Gläschen Weißwein. Ein entspannter Sonnenausflug.

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Es gibt in der Umgebung von Lissabon jedoch nicht nur den Tejo und den Altlantik. Nein, das Landesinnere hat auch so einiges zu bieten. Also, auf nach Sintra und den Burgen und Schlössern. Übrigens auch ein tolles Ziel für Wandervögel, denn die Wege zu den Sehenswürdigkeiten ziehen sich durch wunderbare Natur. Wir pickten uns 3 Ziele heraus, da man alle an einem Tag sowie nicht schafft. Wir starteten mit dem Palácio Nacional de Sintra.

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Danach gab es erstmal eine kleine Stärkung. Auch Sintra hat seine eigene süße Spezialität, die ich unbedingt probieren musste. Queijadas – Törtchen mit einer Füllung aus Eier und Zucker. Und das natürlich vom Traditionsbäcker Piriquita. In dem kleinen Café fanden wir sogar noch einen Platz und gönnten uns eine kleine Kaffeepause.

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Im Anschluss stand der Aufstieg zum Castello Mouros bevor. Der Weg schlengelte sich teilweise ziemlich steil den Berg hoch. Je nach Fitnessform braucht man ca. 30 bis 45 Minuten. Belohnt wird man mit einer tollen Burgruine und einer grandiosen Aussicht.

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Von dort aus nochmal ca. 10 Minuten Fußmarsch und man glaubt mitten im Disneyland zu stehen. Aber dem ist nicht so. Es handelt sich um den Palácio Nacional da Pena, . Auch im Inneren läßt sich exzentrischer Geschmack nicht leugnen. Ich lasse einfach Bilder sprechen.

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Und damit wäre eine 8 tägige Lissabon Reise beendet. Die Stadt ist absolut eine Reise wert. Man kann sich hier einfach treiben lassen und das schlendern durch Straßen und Gassen genießen. Überall gibt es nette Plätze die zum verweilen einladen und der Tejo trägt sein übriges zur Gemütlichkeit bei.

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Hier geht’s zum ersten Teil meiner Reise.

©Kocheule

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