Thunfisch-Frikadelle

Die gute alte Fischfrikadelle ist ein kleiner Gesellschaftsspalter. Entweder man mag sie oder eben nicht.

Ich gehörte bis vor kurzem zu der Fraktion „eben nicht“. Meine Erfahrungen in Sachen Fischfrikadelle waren zum weglaufen. In meinem letzen Englandurlaub hat sich dann meine Meinung komplett gewandelt. Der Fischcake, wie die Fischfrikadelle dort genannt wird, ist eine sehr klassische Vorspeise bzw. Kleinigkeit. Gemacht aus hochwertigem Fischfilet, wie z.B. Heilbutt, Kabeljau oder Lachs, kommt er häufig mit Salatgarnitur sowie einer leichten Mayonnaise.

Bei meiner Recherche nach Rezeptideen bin ich über ein Video von Gordon Ramsay mit dem Titel Spiced Tuna Fischcakes gestoßen, was mich einfach zum weiterschauen zwang. Die erste Einstellung war nämlich das Öffnen einer Thunfischdose. Aha, und was wird das jetzt? Und kommt jetzt bitte nicht mit dem Spruch „Engländer können ja sowieso nicht kochen“! Da hätte ich mehr als ausreichende Gegenbeweise. 😉

Gemäß meinem Motto „no risk, no fun“ habe ich mich gleich an die Umsetzung des Rezeptes gemacht. Die Zutaten sind wirklich sehr überschaubar und in der Regel hat man die auch Zuhause. So kann man die Fishcakes ganz spontan und ohne großen Zeitaufwand machen. Das Ergebnis hat mich dann wirklich überrascht. Man erhält eine sehr aromatische und lockere Fischfrikadelle die nach mehr ruft.

Ich habe das Originalrezept an der ein oder anderen Stelle meinem persönlichen Geschmack etwas angepasst, die Grundidee jedoch beibehalten. Die Menge an Koriander, die der Standard-Engländer als homöopathisch ansieht, haut mich persönlich immer um. Von daher habe ich hier deutlich reduziert. Das gleiche gilt auch beim Chili. Ich habe nichts gegen Schärfe aber ich möchte meinen Gaumen nicht so betäuben, dass nichts anderes mehr durchkommt. Aber, jeder hat seine eigenen Vorlieben und sollte das bei der Zubereitung auch berücksichtigen. Zu erwähnen wäre noch, dass es beim Dosenthunfisch mehr Unterschiede gibt als man so denkt. Probiert Euch mal durch, z.B. portugiesische Thunfischkonserven. Die sind zwar etwas teurer aber auch in einer ganz anderen Qualität. Die Frikadelle wird es Euch danken. Los geht’s!

Zutaten für 6 Stück:

  • 1 Dose Thunfisch
  • 1/2 Chilischote
  • 1 Stück Ingwer (ca. 2cm)
  • frischer Koriander (gehackt ca. 1 EL)
  • Frühlingszwiebel
  • 1 EL Pankomehl
  • 1 Ei
  • 1 TL asiatische Fischsauce
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Zubereitung:

  • Den Thunfisch in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen. Mit einer Gabel zerrupfen und ausdrücken. Ziel sollte sein, den Thunfisch so trocken wie möglich zu bekommen.
  • Eine Schüssel zurecht stellen und nun alles da hinein arbeiten:
  • Die Chilischote von den Kernen befreien und klein hacken.
  • Den Ingwer schälen und fein reiben.
  • Den Koriander klein hacken.
  • Die Frühlingszwiebel der Länge nach halbieren und klein schneiden.
  • Das Pankomehl dazu geben.
  • Das Ei in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen oder einer Gabel kurz aufschlagen und zu den übrigen Zutaten geben.
  • Zum Schluß mit Fischsauce, Salz und Pfeffer würzen. Achtung bei der Salzmenge! Die Fischsauce bringt da schon einiges mit.
  • Nun alles mit den Händen ordentlich verkneten. Bitte nicht wundern, die Masse ist recht weich und feucht. Die Stabilität kommt beim braten. Nun mit den Händen die Frikadellen formen. Dazu am besten die portionierte Masse von der einen in die andere Hand „werfen“ um eine Kugel zu bekommen. Diese dann leicht andrücken um die typische Frikadellenform zu bekommen. Die Frikadelle auf einem Teller zwischenparken bis die ganze Masse verarbeitet ist.
  • Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Frikadellen hinein setzen. Auf mittlerer Hitze bis sie goldbraun sind (ca. 3 – 4 Minuten) braten. Jetzt vorsichtig wenden und die zweite Seite ebenfalls schon bräunen.

©Kocheule

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