The English Riviera – Teil 3

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Devon besteht nicht nur aus Küstenregionen, was diese Grafschaft sehr abwechslungsreich macht. Wenn man ins Landesinnere fährt, landet man z.B. im Dartmoor. In diesem über 900 qkm großen Nationalparkt zeigt sich eine von Moor und Heide geprägte Landschaft, die bis auf 600 m ansteigt. Außer der unglaublichen Landschaft gibt es auch alte Relikte aus dem Mittelalter.

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So z.B. die Clapper Bridges. Von diesen, aus Natursteinplatten erbauten Brücken, gibt es nicht mehr allzu viele. Die meisten der noch existierenden Brücken, etwa 200 Stück, stehen im Dartmoor. Damit hat man also gute Chancen, eine der Brücken zu entdecken. Ansonsten verlaufen einige Wanderwege durch das Dartmoor und kleine Örtchen laden auf eine Tasse Tee ein.

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Ein schöner Tagesausflug ist auch eine Tour per Schiff von Torquay nach Dartmouth und von dort mit der Dampfeisenbahn wieder zurück. Das Ganze gibt es als Kombiticket und somit sind die Abfahrtzeiten perfekt organisiert. Die Schiffstour dauert ca. 2 Stunden mit einem kurzen Halt in Brixham, einer der wichtigsten Fischereihäfen Großbritanniens. Weiter geht es entlang der Küste bis in den River Dart zum Städtchen Dartmouth. Hier wartet maritime Idylle pur.

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Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, kann man hier einfach gemütlich durch die engen Straßen schlendern. Viele kleine Läden und Boutiquen laden zum stöbern und shoppen ein. Ebenso findet man hier ein großes Angebot an Cafès, Delis, Restaurants und Pubs, womit auch der kulinarische Part nicht zu kurz kommt. Natürlich findet man auch hier die typischen Devon Spezialitäten wie Gebäck, Fudge, Eis, Käse uvm..

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Eine meiner Lieblingsspezialitäten ist der Devon Cream Tea. Damit ist nicht Tee mit Sahne gemeint, sondern Scones mit Clotted Cream und Marmelade, wobei es sich dabei in der Regel um Erdbeermarmelade handelt. Das Ganze gibt es dann wahlweise mit Tee oder Kaffee. Die Clotted Cream stammt zwar aus Cornwall, aber das stört hier niemanden. Clotted Cream ist eine Art Rahm, mit einem Fettanteil von über 60%. Also, sollte man sich bei der Dosierung etwas zurück halten, auch wenn’s schwer fällt. In Deutschland kann man das mit dem Eichsfelder Schmand vergleichen, der nicht mit dem allgemein bekannten Schmand zu verwechseln ist. Die Scones gibt es dann mit oder ohne Rosinen. Die Art der Scones ist die Eigenheit des jeweiligen Cafès. Bei dem einen bekommt man die klassischen Scones (etwas mehr mürbe) und bei den anderen die Buttermilch Scones (schön fluffig). Jede Art ist auf seine Weise extrem lecker. Wenn das Cafè was auf sich hält, gibt es natürlich selbstgemachte Marmelade dazu.

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Nachdem man Dartmouth erkundet hat, geht es mit der Fähre über den River Dart nach Kingswear. Von dort aus startet die Steamtrain. Eine wunderschöne alte Dampflock steht schnaufend in Lauerstellung. In leider nicht mehr ganz so alten Wagen nimmt man für die nächsten 30 Minuten Platz und genießt eine gemütliche Zugfahrt. Die Strecke verläuft entlang der Küste und macht unterwegs noch ein paar wenige Stops. Der Zug endet in Paington, wo man dann in den Linienbus nach Troquay umsteigt. Weitere 10 Minuten später hat man dann das endgültige Ziel erreicht.

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Für den Abend widmen wir uns wieder einer Spezialität aus Devon – dem Fisch. Der Koch und Buchautor Mitch Tonks hatte die Idee für das Restaurantkonzept Rockfish. Der Slogan „tommorow’s fish are still in the sea“ ist hier Programm. Alle Restaurants, aktuell 4 Stück an der Zahl in Dartmouth, Plymouth, Torquay und Brixham, liegen direkt am Hafen. Gekauft wird früh morgens, wenn die Fischer in die Häfen einlaufen. Frischer geht es also in der Tat nicht.
Die Speisenkarte enthält nur die Vorspeisen und eine geringe Auswahl an Gerichten. Hauptsächlich geht es dabei um frittierte Fische. Der Tisch ist mit einem Papierplan belegt, der auf einer Karte die Rockfish Restaurants zeigt und diverse Fischarten. Am Rand sind dann die in der Gegend typischen Fische aufgelistet und der Service markiert, was davon heute zu bekommen ist. Der typische „catch of the day“, direkt mit Preisangabe. Bei der Zubereitungsart kann man zwischen frittiert und gebacken wählen. Für die Beilagen stehen Pommes Frites oder Salat zur Auswahl.

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Wir entscheiden uns für Jakobsmuscheln als Vorspeise und dann für den catch of the day. Einmal Hecht und einmal Glattbutt – beides mit Salat als Beilage. Hier kommt alles ohne viel drum herum mit dem Schwerpunkt auf dem Wesentlichen. Der Fisch ist wirklich großartig. Der Salat dagegen ist deutlich verbesserungswürdig. Wir waren jedoch auch komplett aus der Reihe getanzt. Hier isst man generell Chips. Die Rockfish Restaurants sind jetzt nichts um ein gemütliches Candleleight Dinner zu genießen. Für Fischfreunde sind sie aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

©Kocheule

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